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Am Samstag ging es für den Walker FC gegen die Union Eschenau am Hausruck – und wie erwartet wurde es keine Partie für Feingeister, sondern eher Kategorie „Knöchelversicherung prüfen“. Die Männer aus dem Hausruck machten ihrem Ruf alle Ehre, doch die Walkers hielten dagegen – spielerisch deutlich eleganter, körperlich zumindest diskussionsbereit.

Aufgestellt wurde mit Felix im Tor, Berni zentral in der Defensive sowie Pfanni und Emily auf den Außen. Davor räumten Martin und Mani auf der Doppel-Sechs auf, während offensiv Niki, Benji und Shankar wirbelten. Ganz vorne sollten Flo und Maxwell für Tore sorgen – und das taten sie dann auch, zumindest teilweise.

Die Walkers starteten stark, kontrollierten das Mittelfeld und ließen den Ball laufen, als hätten sie heimlich eine Woche Ballbesitztraining eingelegt. Chancen gab’s genug, nur das Tor fehlte. Bis zur 16. Minute: Pfanni schickt einen Diagonalball auf Shankar, Ecke. Diese wird schnell kurz ausgeführt, Benji zieht rein – und wird gelegt. Elfmeter. Berni übernimmt Verantwortung und versenkt trocken zum 1:0.

Fünf Minuten später déjà-vu: Wieder Shankar, wieder Flanke, diesmal klärt ein Eschenauer im Stil eines ambitionierten Volleyballers mit der Hand. Zweiter Elfer. Benji tritt an und macht das 2:0. Alles läuft nach Plan – was beim Walker FC bekanntlich immer ein bisschen verdächtig ist.

Und tatsächlich: Nur zwei Minuten später wieder ein Standard gegen uns. Freistoß, Abstimmung irgendwo zwischen „passt scho“ und „wer hat ihn?“ – und zack, 2:1. Klassiker. Die Restphase der ersten Hälfte verlief dann offen, mit Chancen auf beiden Seiten, aber ohne weitere Tore.

Nach der Pause kamen die Walkers wieder mit viel Schwung aus der Kabine. Ball lief, Gegner lief hinterher, Chancen waren da – nur der Treffer ließ auf sich warten. Bis Tenzin kam und beschloss, dass es jetzt reicht: Er tanzt sich an der Linie durch mehrere Gegenspieler, legt zur Mitte und Flo nimmt den Ball in einer Volleydrehung, als hätte er das schon hundertmal im Fernsehen gesehen – 3:1. Traumtor. Kategorie „Bitte sofort sichern, bevor es jemand löscht“.

Aber natürlich wäre es kein Walker-Spiel ohne den obligatorischen Dämpfer. Drei Minuten später: Freistoß, Ball segelt durch, langer Pfosten – 3:2. Man könnte fast meinen, Standards sind unser persönlicher Erzfeind.

Die Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. In der 78. Minute schickt Shankar – mittlerweile defensiv unterwegs – Tenzin auf die Reise. Der spielt wieder halbe Mannschaften schwindlig, trifft den Innenpfosten, und Flo sagt Danke und schiebt zum 4:2 ein. Doppelpack, starke Partie.

Wer jetzt dachte, das war’s, kennt den Walker FC entweder noch nicht oder verdrängt aktiv. Minute 87: Freistoß für Eschenau, und diesmal ein echtes Gustostückerl – in bester David-Luiz-Manier fliegt das Ding ins Eck. 4:3. Natürlich. Wie sonst.

Die letzten Minuten waren dann nichts für schwache Nerven. Zittern, klären, hoffen – und diesmal tatsächlich kein Gegentor mehr. Schlusspfiff. Durchatmen. Drei Punkte.

Am Ende ein verdienter Sieg, der sich wieder einmal unnötig spannend gestaltet hat. Offensiv stark, spielerisch überzeugend, defensiv bei Standards weiterhin ein Abenteuerurlaub.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Leider gab es wieder einige Verletzte. Gute Besserung an alle – und kommt schnell zurück, wir brauchen euch (auch für Standards).

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Schon heute um 17:00 Uhr wartet Serienmeister SV Croatia am DSG-Platz. Kommt vorbei – es wird wieder alles dabei sein: Tore, Spannung und hoffentlich einmal kein Standardgegentor.

Dominik Pfannhauser